Briefe #3 (an Dynamo Dresden)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicherlich der Presse entnommen haben, wurde eins der Talente und der Mitglieder von Dynamo Dresden in der Nacht vom Mittwoch, den 10.6.21 auf Geheiß der Ausländerbehörde mit seiner Familie nach Georgien abgeschoben, https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/sachsen/polizei-kam-mitten-in-der-nacht-sachsen-schob-dynamo-talent-und-familie-ab-1999096 und https://www.tag24.de/dresden/dynamo-talent-und-seine-familie-nach-der-blitz-abschiebung-was-soll-jetzt-aus-uns-werden-2000674.

Das Gleiche ist mit unseren Nachbarn in unserem Haus ebenfalls passiert.

Am Mittwochmorgen, den 10.06.2021 um 1 Uhr in der Nacht wurde unsere Hausgemeinschaft durch das Klingeln der Polizei geweckt. Es stellte sich heraus, dass unsere Nachbarn, Familie Imerlishvili, abgeschoben werden sollte. Genauso, wie bei Eurem Mitglied handelt es sich um eine Familie aus Georgien. Diese war sowohl in unserer Hausgemeinschaft als auch in unserer Stadt Pirna hervorragend integriert.  In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag erfolgte nun die unangekündigte Abschiebung, rechtswidrig mitten in der Nacht (Aufenthaltsgesetz §58 Abs. 7). Es gab keine Möglichkeit zu reagieren oder sich rechtlich zur Wehr zu setzen, da zum einen ihre Handys durch die Polizei abgenommen wurde und zum anderen, dass der Flieger nach Tiflis (A92780/TGZ2780) bereits am selben Tag um 12 Uhr startete.

Wehrt Euch gegen die Behörde. Es werden integrierte Familien abgeschoben!

Wir als Hausgemeinschaft haben eine Aktion gestartet, die zum Ziel hat unsere Freunde und Nachbarn aus Georgien zurückzuholen. Es hatte sich bereits die Härtefallkommission eingeschaltet und sich dafür ausgesprochen, die Abschiebung abzubrechen. Entgegen der DPA-Meldung (z. Bsp. https://www.sueddeutsche.de/politik/migration-dresden-neunkoepfige-familie-nach-georgien-abgeschoben-gruenen-kritik-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210610-99-943854) wurde das Innenministerium rechtzeitig informiert, dass eine Zusammenkunft der Härtefallkommission stattfindet. Damit hätte das Innenministerium bereits die Beamten informieren können, dass sich die Kommission sich mit der Abschiebungen beschäftigt und es zu einem Abbruch einer Abschiebung kommen könnte. Aber dazu kam es aber nicht mehr, sodass die Familie nun bereits Georgien ist.

Die Polizei bzw. die Behörden haben gehofft, dass es keiner mitbekommt. Jedoch haben wir bereits lautstark uns gegen solche Praktiken, wie bei der Abschiebung unserer Freunde,  gewehrt, dass zum einen auch die Abschiebung der Familie Z. herausgekommen ist und zum anden, dass es bereits zu einer Reaktion der Staatsministerin vom Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gekommen ist.

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