SZ: Pirna: Polit-Streit um abgeschobene georgische Familie

Thomas Möckel am 03.08.2021

Der Bundestagsabgeordnete André Hahn bezeichnet die Abschiebung als rechtswidrig und unmenschlich – und hadert mit Sachsens Innenminister.

In der Debatte um die aus Pirna nach Georgien abgeschobene Familie Imerlishvili kritisiert der Bundestagsabgeordnete André Hahn (Linke) den sächsischen Innenminister Roland Wöller (CDU) heftig.

Hahn hatte Wöller wegen der aus seiner Sicht rechtswidrigen und unmenschlichen Abschiebung einige Fragen geschickt, um die Hintergründe der Geschichte zu beleuchten. Doch die Antwort darauf sei nach Hahns Aussage höchst unbefriedigend. Besonders schäbig finde er es, dass die Situation der Kinder überhaupt nicht erwähnt werde, von denen einige hier bald wieder zur Schule gehen wollten – und aus seiner Sicht auch gehen sollten. Und sofern es tatsächlich ernsthafte Verfehlungen des Vaters gegeben haben sollte – wovon Hahn nicht ausgeht – könnten dafür nicht die sieben Kinder in Mithaftung genommen werden.

Hahn: Abschiebung aus Pirna war inhuman

Die neunköpfige georgische Familie Imerlishvili hatte acht Jahre lang in Pirna gelebt und war am 10. Juni dieses Jahres in einer nächtlichen Aktion aus ihrer Wohnung geholt, zum Flughafen nach Leipzig gebracht und von da aus nach Georgien abgeschoben worden – in ein Land, zu dem sie kaum eine Bindung hat.

Diese Abschiebung hatte eine heftige Debatte sowie eine große Solidaritätswelle ausgelöst, viele Menschen kämpfen auch weiterhin darum, dass die Familie nach Pirna zurückkehren kann. Hahn hatte die Abschiebung schon vor einiger Zeit als inhuman bezeichnet.

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