Polizei und Abschiebungen
Deutsch – Zuletzt aktualisiert:
Die Polizei kann dich zur Abschiebung an vielen Orten abholen: aus der Wohnung, bei Behörden, bei der Arbeit oder auf der Straße. Auch bei Familie oder Freund*innen versucht sie es manchmal, wenn deren Adresse bekannt ist. Alle Adressen, die Behörden kennen (z. B. Sozialamt, Ausländerbehörde, BAMF, Rathaus), können gefährlich sein. Die Polizei kommt zu jeder Tageszeit, oft sehr früh morgens. Dann lässt sich eine Abschiebung meist kaum noch verhindern. Bis zum Flug bleiben oft nur wenige Stunden.
In diesem Flyer findest du Infos, was man bei einer laufenden Abschiebung tun kann.
Polizei vor der Wohnung?
Bleib ruhig und lass das Licht aus! Öffne nicht die Tür!
Wenn die Polizei nicht sehen kann, dass du da bist dann muss sie wieder gehen
Informiere danach sofort deinen Anwalt oder Unterstützer*innen. Du brauchst dringend Beratung. Wenn die Polizei es einmal versucht, kommt sie oft bald wieder!
Polizei in der Unterkunft / im Lager?
Vorbereitung zählt!
Finde heraus, wer einen negativen Bescheid vom BAMF bekommen hat, und von Abschiebung bedroht ist.
Überlegt, wo es schnelle Verstecke im Lager gibt.
Rede mit vertrauenswürdigen Sozialarbeiter*innen oder Securities.
Informiere dich über Abschiebetermine:
de.deportationwatch.net/en
Facebook: @Deportation-Alarm
Instagram: @deport_alarm
Telegram: @deportation_alarm
Zimmer tauschen, Zeit gewinnen, Unruhe stiften oder mit Trillerpfeifen warnen.
Wenn möglich, mache heimlich Video- oder Audioaufnahmen und schreibe danach alles auf.
Die Polizei holt dich von der Arbeit ab:
Erkläre Kolleg*innen, dass es keine Festnahme wegen einer Straftat ist und dass Abschiebungen oft brutal ablaufen.
Wenn deine Arbeit ein Grund für ein Bleiberecht sein kann, bitte deine Kolleg*innen, deinen Arbeitsvertrag, einen aktuellen Lohnzettel oder auch ein Unterstützungsschreiben an deine Anwältin oder einen Unterstützer zu mailen.
Die Polizei holt dich von der Behörde ab oder bei einer Straßenkontrolle:
Bei akuter Abschiebegefahr gehe nicht allein zu Terminen und versuche, nicht allein unterwegs zu sein.
Freund*innen können vor oder im Amt prüfen, ob Polizei da ist, und dich warnen.
Kannst du einen Termin nicht wahrnehmen, sage ihn am selben Tag per E-Mail ab. Du brauchst einen wichtigen Grund (z. B. Krankheit) und einen Nachweis (z. B. Krankschreibung). Wenn du das nicht tust, kannst du als „flüchtig“ gemeldet werden: Dann kann die Polizei dich überall festnehmen und Abschiebehaft droht schneller.
Wirst du verhaftet, hast du das Recht, deine Anwältin oder Unterstützer*innen anzurufen.
Bitte melde jeden Versuch einer Abschiebung auch bei der Abschiebebeobachtung des Sächsischen Flüchtlingsrates:
deportationwatch@sfrev.de
www.saechsischer-fluechtlingsrat.de/abschiebemonitoring/